Viele Menschen schrecken vor dem Wändeverputzen zurück. Dabei kann diese Arbeit, mit etwas Übung, auch von einem Laien problemlos durchgeführt werden. Das bringt nicht nur ein Erfolgserlebnis, sondern spart auch hohe Kosten. Zunächst wird eine Putzschicht aufgebracht, um das Mauerwerk zu glätten, danach werden die Wohnräume meist tapeziert oder gestrichen. Auch Fliesen lassen sich auf der jetzt glatten Fläche gut aufbringen. Wände verputzen ist also die Grundlage für viele Wohnideen und kann im Innen- und Außenbereich angewandt werden.

Der Innenputz hat auch den Vorteil, dass er das Raumklima reguliert. Die überschüssige Feuchtigkeit, die sich in der Luft befindet, wird vom Putz aufgenommen und dann dosiert wieder abgegeben. Zum Verputzen werden Materialien wie Gips, Zement, Sand, Kalk oder Lehm verwendet und mit anderen Zusatzstoffen vermischt. Große Flächen werden in der heutigen Zeit vom Profi meist maschinell verputzt. Der Heimwerker dagegen übernimmt die Arbeit in Handarbeit.

Das Handwerksmaterial für das Verputzen

•    Zum Verputzen der Wände wird eine breite Kartätsche benötigt. Sie ermöglicht ein großflächiges Abziehen der Putzmasse.

•    Ein Reibebrett wird zum Glätten der Wand verwendet.

•    Die Glättkelle hilft ebenfalls beim Glätten und Aufziehen des Putzes.

•    Das wichtigste Instrument ist die Kelle. Sie wird zum Anwerfen des Materials verwendet.

•    Um saubere Abschlüsse zu erreichen oder Ecken zu verputzen, werden Eckschienen und Putzleisten benötigt.

Auch die Auswahl der richtigen Putzmischung ist wichtig. Sie muss zum Mauerwerk passen, das verputzt werden soll. Auf Leichtbau- oder Wärmedämmsteinen werden ganz andere Produkte verwendet wie zum Beispiel bei Ziegelwänden. An der Verarbeitung des Materials ändert sich dabei aber nichts.

Putz richtig auftragen

Die Grundarbeit besteht darin, die Flächen zu säubern. Der Untergrund darf weder Schmutz, Öl, Staub oder andere Verunreinigungen enthalten. Bei Altbauten müssen außerdem bestimmte Oberflächenschichten abgetragen werden. Erst dann kann sich der Putz mit der Wand gut verbinden.

Um für eine gute Haftung zu sorgen, kommt zunächst eine Grundierung auf die rohe Wand. Es handelt sich dabei meist um einen dünnflüssigen Spritzbewurf, der aus Sand und Zement hergestellt wird. Stark saugende Wände müssen mit einer speziellen Grundierung vorbehandelt werden. Genauere Informationen erhält man beim Fachmann oder in einem Baumarkt.

Danach werden an Ecken und Kanten die Schienen angebracht, um saubere Abschlüsse zu erhalten. Für gerade Wände sorgen Putzleisten, die im Abstand von circa 50 Zentimetern an der Wand angebracht werden.

Erst nach diesen wichtigen Vorarbeiten kann der Putz aufgetragen werden. Anfangs wird die Trockenmischung angerührt, dann zwischen den Putzschienen aufgebracht und gleichmäßig mit der Kartätsche abgezogen. Reibebrett und Glättkelle sorgen danach für eine ebene Fläche. Ist der Putz schon angetrocknet und muss noch bearbeitet werden kann man ihn mit einer Bürste leicht annässen. Erst wenn der Putz vollständig ausgetrocknet ist, können Tapeten oder ein Rauputz aufgebracht werden.