Bei der Bauweise aus vergangenen Zeiten wurde im Wohnbereich viel Wert auf eher kleine Zimmer gelegt. Diese erschienen praktisch und galten als energieschonend. Dieser Trend hat sich mittlerweile in das Gegenteil umgekehrt. Offene helle Räume müssen es heute sein, wenn eine Wohnung gebaut oder gemietet wird. Auch das Gefühl, in einem Loft zu wohnen, scheint für viele Menschen reizvoll zu sein. Schnell wird entschieden, dass aus dem vorhandenen Wohnraum Mauern entfernt werden sollen. Aber Vorsicht, denn nicht jede Wand kann einfach so entfernt werden.

Tragende Wände sind wichtig für die Statik der Wohnung

Viele Wände haben eine tragende, statische Funktion. Allein diese Tatsache sollte viele Hausbewohner und/ oder Hausbesitzer vor dem Abriss hindern. Wenn man einen Schritt weiter geht und genauer darüber nachdenkt, merkt man schnell, dass manche Wände weitere sinnvolle und bestimmte Funktionen erfüllen. So wirkt ein Flur oft wie ein Schutzwall für die Wohnung und hält übermäßige Kälte ab. Sind Flur und Treppenhaus dagegen offen, entstehen Kältebrücken, die auch im Wohnraum zu spüren sind. Sie bringen außerdem höhere Energiekosten mit sich.

Welche Wand ist tatsächlich tragend?

Für einen Laien ist es schwierig zu beurteilen, welche Wand nun wirklich eine tragende Wand ist. Wenn man eine solche Wand einreißen will, kann das schwerwiegende Folgen für das gesamte Bauwerk haben. Daher ist es empfehlenswert, einen Statiker zurate zu ziehen.

Das Entfernen von tragenden Wänden ist nicht gänzlich ausgeschlossen. Für diese Wand muss allerdings dann ein Ersatz geschaffen werden, der die tragende Funktion übernimmt. Möglich wäre hier zum Beispiel ein Sturz aus Stahl oder auch aus Holz. Dieser muss an den Enden auf Stützen aufgelegt werden, um die geforderte Stabilität zu erzielen. Auch diese bauliche Veränderung sollte man nicht ohne den Rat eines Fachmanns durchführen, denn Stützen und Träger müssen bestimmte Maße haben.

Rohe Kräfte nicht sinnlos walten lassen

Möchte man eine Wand einreissen, dann muss mit Bedacht und Weitsicht vorgegangen werden.

•    Einen Abriss beginnt man grundsätzlich immer von oben.

•    Trockenbauwände können, ähnlich wie Holzwände, ganz einfach mit einem Elektrofuchsschwanz beseitigt werden.

•    Massive Wände dagegen werden mit der Flex bzw. dem Trennschleifer bearbeitet. Meißel und Vorschlaghammer kommen da zum Einsatz, wo die Flex nicht mehr verwendet werden kann.

•    Wichtig ist der Schutz der eigenen Gesundheit. Bauhelm und Augenschutz sollten unbedingt getragen werden, um vor herumfliegenden oder herunterstürzenden Teilen geschützt zu sein.

Zuerst wird ein waagrechter Schnitt knapp unter der Zimmerdecke gesetzt. Danach kommen die senkrechten Schnitte. Zuerst wird nur ein schmaler Streifen abgetragen und somit Platz für eine Stütze geschaffen. Sind alle erforderlichen Stützen an ihrem Platz, kann der Rest der Wand problemlos entfernt werden.